Musikindustrie setzt Sperre für Filesharer in Irland durch

Verfasst von XerraX am 3 Februar, 2009 - 11:55

PiraterieDas irische Telekommunikationsunternehmen Eircom beugt sich dem Druck der Musikindustrie und führt die so genannte "Three Strikes"-Methode ein, um gegen Filesharing-Nutzer vorzugehen.

Dabei sperrt der Anbieter den Internetzugang, wenn ein Anwender dreimal beim Download illegaler Kopien ertappt wird. Die Regelung wird auch schon seit Kurzem in Frankreich umgesetzt. Der Musikindustrie gelang es bisher aber nicht, auch andere europäische Länder für diesen Weg zu gewinnen.

Im Falle Eircoms ist die Androhung einer Sperrung des Internetzugangs Bestandteil einer außergerichtlichen Einigung mit der Musikbranche. Die vier Major Labels EMI, Sony BMG, Universal Music und Warner Music hatten das Unternehmen wegen der wissentlichen Beihilfe zu Urheberrechtsverletzungen verklagt.

Vor Gericht führten die Labels an, dass Eircom das Filesharing bewusst nutzte, um seine Breitband-Pakete zu vermarkten. Dies belegten sie unter anderem damit, dass Werbung für die Angebote bei "The Pirate Bay" auftauchten.

Anfangs wollten die Labels das Telekommunikationsunternehmen per gerichtlicher Verfügung zwingen, Filter in seine Netze zu integrieren, um den Austausch illegaler Kopien zu unterbinden. Dies lehnte Eircom aber strikt ab, da es dadurch die Privatsphäre seiner Nutzer bedroht sah.

Als Kompromiss einigte man sich auf die "Three Strikes"-Methode. Die Musikfirmen liefern dabei lediglich die IP-Adressen bei dem Provider ab, über die offenbar Urheberrechtsverletzungen begangen wurden. Das Unternehmen gibt keine Daten der Anwender heraus, sondern verwarnt die Nutzer selbstständig und schaltet letztlich bei drei Verstößen den Zugang zum Netz ab.

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