Xing wollte Piratenpartei ausschliessen!
Der heutige Start der Diskussionsgruppen zur Bundestagswahl verlief für Xing turbulent. Die Diskussionsgruppen waren wegen hoher Zugriffszahlen zeitweise kaum erreichbar und die Nutzer zeigten sich verwundert, dass nur CDU, CSU, SPD, FDP, Die Linke und Bündnis 90/Die Grünen vertreten waren. Doch die bei Internetnutzern beliebte Piratenpartei blieb ausgeschlossen, auch wenn die etablierten Parteien die Xing-Nutzer kaum interessieren.
"Wir haben heute zum ersten Mal entschieden, politische Gruppen auf Xing zuzulassen", sagte ein Xing-Sprecher Golem.de. "Wir haben die Linie da gezogen, dass Parteien, die im Bundestag in Fraktionsstärke vertreten sind, eingeladen wurden, eine eigene Gruppe zu machen. Radikalen wollen wir kein Forum auf der Plattform bieten." Xing sei sich aber bewusst, dass nicht alle Parteien, die noch nicht in Fraktionsstärke im Bundestag sitzen, radikal seien.
Das Meinungsbild der Xing-Nutzer ist jedoch ein ganz anderes. Bei der Xing-Sonntagsfrage sprachen sich 80 Prozent für "sonstige Parteien" aus. CDU/CSU erreichten 2,81 Prozent, SPD 2,66 Prozent, die Grünen 4,95 Prozent und die FDP 3,99 Prozent. Die Linke wurde bei Xing mit 5,18 Prozent zur stärksten Kraft unter den Bundestagsparteien.
Piratenpartei-Sprecher Fabio Reinhardt erklärte das was Xing hier mache, "etwas realitätsfern" wirke. Reinhardt gehe aber davon aus, dass Xing der Piratenpartei "über kurz oder lang" eine eigene Gruppe gebe werde.
Wenig später hat Xing eingelenkt. "Wir wollen der Piratenpartei gerne dasselbe Angebot wie den anderen im Bundestag vertretenen Parteien" einräumen. Es habe im Laufe des Tages zahlreiches Feedback von Xing-Mitgliedern gegeben, die sich eine Ausnahmeregelung und damit eine Gruppe der Piratenpartei auf Xing wünschen: "Als Web-2.0-Unternehmen nehmen wir das Feedback ernst und hören auf unsere User - wie wir es bereits in der Vergangenheit getan haben. Daher haben wir uns entschlossen, dass diese Ausnahme sinnvoll ist".
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